Workshop: Hegels Theorie der Bürgerlichen Gesellschaft

Hegels Theorie der Bürgerlichen Gesellschaft

Workshop mit Markus Gante

Der Abschnitt zur bürgerlichen Gesellschaft ist der wohl wirkmächtigste und bekannteste aus den ohnehin schon prominenten Grundlinien der Philosophie des Rechts Hegels. Angesiedelt zwischen Familie und Staat, stellt er den zweiten Abschnitt der Sittlichkeit dar. Sittlichkeit umfasst für Hegel die abgeschlossenen Formen der Verwirklichung von Freiheit innerhalb des objektiven Geistes, also der Sphäre der direkten Interaktion mehrerer Individuen. Sie ist nicht zu verwechseln mit Sitte, Ethos oder Moral, sondern soll das begrifflich konsequent entwickelte Resultat des Nachdenkens über Recht, Moral und Gesellschaft darstellen. Damit geht die Annahme einher, gesellschaftliche Phänomene ließen sich überhaupt innerhalb ihrer Eigengesetzlichkeiten verstehen und bildeten nicht nur eine Unterkategorie der Moralphilosophie.

Die bürgerliche Gesellschaft beschreibt innerhalb der Sittlichkeit die Sphäre, in welcher sich Privatpersonen mit dem primären Interesse ihrer eigenen Bedürfnisbefriedigung begegnen. Sie erscheint – und hier findet sich eine schlagkräftige Pointe gegen die neuzeitliche Vertragstheorie – als „der Kampfplatz des individuellen Privatinteresses aller gegen alle“ (GdPR § 289). Noch in die höchste begriffliche Entwicklung der Freiheit bricht eine, wenn auch schon etwas sublimere, Form des Naturzustandes ein. Eine der progressivsten Einsichten der Rechtsphilosophie besteht darin, dass die ökonomische Vermittlung der Privatpersonen innerhalb der bürgerlichen Gesellschaft notwendigerweise Armut produziert. Zwar meint Hegel, dass sie ihrer Eigenlogik nach auch Lösungen für diese Probleme bereitstellt, wie überzeugend selbige allerdings sind, soll Diskussionsgegenstand des Workshops sein.
Wir werden uns – nach einigen kurzen Passagen aus der Vorrede – den Abschnitt zur bürgerlichen Gesellschaft in gemeinsamer Lektüre erarbeiten. Vorkenntnisse sind hierfür nicht notwendig, freilich aber auch nicht schädlich.

Der Textkorpus wird in Form eines Readers bereitgestellt werden. Dieser kann per Mail unter ifg_dortmund@protonmail.com angefordert werden. Die Teilnahme ist kostenlos.

01. Dezember 2018 | 11-18 Uhr | Fachhochschule Dortmund, Sonnenstraße 96, Raum F212 (F-Gebäude, 2. Etage),

Der Workshop wird veranstaltet von der Initiative für Gesellschaftskritik und findet mit freundlicher Unterstützung des AStA FH Dortmund statt.

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Vortrag: Volk statt Klasse? Populismus und ,Identität‘ als postmoderne Formen des Widerstandes

Volk statt Klasse? Populismus und ,Identität‘ als postmoderne Formen des Widerstandes

Vortrag und Diskussion mit Thorsten Mense

Seit einigen Jahren erleben wir ein massives revival des Identitätsbegriffs, besonders in rechten, aber auch in linken sozialen Bewegungen. ,Identität‘ ist derzeit das scheinbar erfolgreichste Konzept, sich als Instrument des Widerstandes gegen die Zumutungen des Kapitalismus zu präsentieren. Die Erfolge rechter PopulistInnen und NationalistInnen in den USA sowie in Europa gründen auf diesem Identitätsangebot und dem damit verbundenen Versprechen, Teil von etwas Größerem zu sein, was zugleich mit der Benennung von Schuldigen einhergeht: die Elite, die MigrantInnen, die Globalisierung. In Katalonien kann man derzeit besonders eindrucksvoll – hier z.T. unter linken Vorzeichen – die Mobilisierungsfähigkeit nationaler Identität beobachten, die alle sozialen Krisenproteste der letzten Jahre weit übersteigt. Warum sich nicht zuletzt auch das Proletariat eher als ,Volk‘, und nicht als Klasse betrachtet und aktuell vor allem rechtspopulistischen und neofaschistischen Parteien zuwendet, wird vor allem seit dem Erscheinen von Didier Eribons Buch „Rückkehr nach Reims“ wieder viel diskutiert. Die Antwort auf das Erstarken rechter Bewegungen besteht vielerorts darin, einen linken Populismus zu begründen. Er stellt eine Reaktion auf die politische Heimatlosigkeit der Unzufriedenen dar, die die Linke ratlos zurücklässt und welche die Rechte für sich zu nutzen weiß.

Aber auch der Linkspopulismus zieht – wie sein Pendant auf der rechten Seite – seine Stärke daraus, dass er nicht auf Inhalte und Gesellschaftskritik setzt, sondern auf ein identitäres Angebot und die falsche Gegenüberstellung von ,Volk‘ und Elite. Identität ist aber keine emanzipatorische Antwort auf den Kapitalismus und die durch ihn produzierte Ungleichheit und Unfreiheit. Ganz im Gegenteil ist das Bedürfnis nach kultureller und nationaler Identität gerade eine Folge der Ohnmacht und fehlenden Selbstbestimmung, die sich in der regressiven Sehnsucht nach natürlicher Gemeinschaft niederschlägt. Anstatt sich an solchen identitären Kämpfen zu beteiligen, sollte radikale Kritik sich damit beschäftigen, woher dieses identitäre Bedürfnis kommt – und was eine linke Antwort darauf sein könnte.

Thorsten Mense ist Soziologe, freier Autor und Journalist, tätig u. a. für die Wochenzeitung Jungle World sowie das Monatsmagazin Konkret. Studium der Politikwissenschaften in Heidelberg, Barcelona und Göttingen, Promotion in Hannover bei Detlev Claussen zur Kritischen Theorie des Nationalismus und linksnationalistischen Befreiungsbewegungen in Katalonien und im Baskenland. Mitglied des Forums für kritische Rechtsextremismusforschung (FKR). Wichtige Publikation: „Kritik des Nationalismus“.

06. Dezember | 19 Uhr | Rekorder, Gneisenaustraße 55, 44147 Dortmund

Die Veranstaltung wird organisiert von der Initiative für Gesellschaftskritik Dortmund und findet mit freundlicher Unterstützung des AStA FH Dortmund statt.

Vortrag: Der Staat des Kapitals und die Kritik der Politik

Der Staat des Kapitals und die Kritik der Politik

Vortrag und Diskussion mit Moritz Zeiler

Karl Marx plante im Rahmen seiner Kritik der politischen Ökonomie auch einen Band über den Staat. Bekanntlich konnte er dieses Vorhaben aber nicht mehr realisieren. Sein fehlendes Buch zum Staat beschäftigt seitdem die marxistische Linke, die in sehr unterschiedlicher Weise an die im Marxschen Werk verstreuten Fragmente über Staat und Politik anknüpfte. Eugen Paschukanis versuchte in den 1920ern in Allgemeine Rechtslehre und Marxismus als erster, basierend auf einer erneuten Lektüre des Kapital, einen Zusammenhang zwischen Warenform, Rechtsform und Staatsform zu formulieren. Nachdem Stalinismus und Nationalsozialismus diese Debatten brutal beendeten, wurden sie erst wieder Ende der 1960er, Anfang der 1970er von der Neuen Linken aufgegriffen. Johannes Agnoli bemühte sich in seinen Schriften, die Marxsche Kritik der politischen Ökonomie um eine Kritik der Politik zu ergänzen. Seine Kritik des Parlamentarismus in Die Transformation der Demokratie war nicht ohne Einfluss auf die theoretisch interessierten Strömungen der damaligen außerparlamentarischen Linken.

Ein weiterer Versuch, an die Überlegungen von Paschukanis anzuknüpfen, war die Staatsableitungsdebatte. Trotz all ihrer Unterschiede einte die verschiedenen Debattenbeiträge eine Kritik der “Sozialstaatsillusion” und die Frage nach den Grenzen politischer Regulation der Ökonomie. Zu den Beteiligten zählten unter anderem Joachim Hirsch, der später mit seinem Begriff des nationalen Wettbewerbsstaats versuchte, Veränderungen von Staatlichkeit im Kontext der Globalisierung zu analysieren. John Holloway veröffentlichte englische Übersetzungen zentraler Debattentexte und entwickelte eine sehr spezielle Interpretation der Formanalyse des Staates. Seine Kritik der Politik ist zugleich ein Plädoyer für Selbstorganisation, inklusive Tendenzen zur Bewegungs- und Revolutionsromantik. Im Vortrag werden zentrale Fragen und Begriffe der marxistischen Diskussion um die Form des Staates skizziert. Anschließend soll diskutiert werden, ob die Überlegungen der Formanalyse zu einem besseren Verständnis aktueller Veränderungen von Staatlichkeit, Krisen von Ökonomie und Politik sowie linker Intervention beitragen können.

Moritz Zeiler hat Geschichte und Politikwissenschaften studiert. Veröffentlichungen: Materialistische Staatskritik. Eine Einführung, Stuttgart 2017 und gemeinsam mit der Bremer Initiative associazione delle talpe Herausgabe von Staatsfragen. Einführungen in die materialistische Staatskritik, Berlin

14. November | 19 Uhr | Fachhochschule Dortmund, Sonnenstraße 96, Raum A102 (A-Gebäude, 1. Etage)

Die Veranstaltung wird organisiert von der Initiative für Gesellschaftskritik und findet mit freundlicher Unterstützung des AStA FH Dortmund statt.

Tagesseminar: Der Begriff der Entfremdung bei Lukács

Der Begriff der Entfremdung bei Lukács: Genese und (Selbst-) Kritik

Tagesseminar mit Andreas Giesbert

„Entfremdung“ gehört vielleicht zu den stärksten Schlagworten des Marxismus. Ob in linken Debatten oder sich kritisch gebärdender Kulturkritik im Feuilleton, die Diagnose „Entfremdung“ scheint ein ausreichendes Argument zu sein, um Phänomene der Moderne mit einem Handstreich zu kritisieren. Will man jedoch wissen, was es mit diesem ominösen Phänomen genau auf sich hat, wird man oft ohne befriedigende Antwort zurückgelassen. Vielleicht ist es gerade diese Unbestimmtheit des Begriffs, die den Vorwurf „Entfremdung“ so flexibel anwendbar macht. Seine Funktion war bereits in seiner Entstehungszeit die eines Scharnierbegriffs, um eine vermeintlich streng ökonomische Analyse mit kulturellen, psychologischen und sogar philosophischen Entwicklungen kurzzuschließen.

Das Tagesseminar soll an die Wurzel des Entfremdungsbegriffs gehen, indem sich die Entfremdungskonzeption von Georg Lukács näher angeschaut werden soll. Mit „Geschichte und Klassenbewusstsein“ hat der ungarische Marxist 1923 eines der Schlüsselwerke des sogenannten „Westlichen Marxismus“ vorgelegt und besonders prominent den Begriff der Verdinglichung eingeführt. In Bezug auf zeitgenössische soziologische Positionen, den Fetischcharakter der Ware und einzelne Frühschriften von Marx – jedoch ohne auf die erst 1932 veröffentlichten einschlägigen Abschnitte zur Entfremdung von Marx selber zurückgreifen zu können –, entwickelt Lukács mit dem Verdinglichungskonzept eine erste genuine Entfremdungskritik. Die sollte schnell auf fruchtbaren Boden fallen und hinterließ beispielsweise in den Analysen der Kritischen Theorie deutliche Spuren. Insbesondere der offen marxistische Ton unterscheidet Lukács dabei von den oft subtilen Kritiken von Adorno, Horkheimer oder Marcuse. So soll „in der Struktur des Warenverhältnisses“ nicht weniger als „das Urbild aller Gegenständlichkeitsformen und aller ihnen entsprechenden Formen der Subjektivität in der bürgerlichen Gesellschaft aufgefunden werden“, wie es bereits im Auftakt des Kapitels über die Verdinglichung heißt. Aus der Warenform soll ohne große Umwege das psychische Elend der Menschen unter dem taylorisierten Kapitalismus erklärt werden. Lukács wird Zeit seines Lebens an einer streng marxistischen Gesellschaftsanalyse festhalten. Gerade die führt ihn jedoch in späteren Jahren dazu, sein früheres Konzept scharf zu kritisieren. Im Anschluss an die Auseinandersetzung mit den wirkmächtigen Abschnitten aus „Geschichte und Klassenbewusstsein“ soll daher auch ein kurzer Blick auf seine Selbstkritik und sein deutlich nüchterneres, spätes Entfremdungskonzept geworfen werden.

Struktur

1) Einführung: Lukács und die Genese des Westlichen Marxismus
Auszüge aus Geschichte und Klassenbewusstsein: „Vorwort zur Neuauflage (1967)“ und „Was ist Orthodoxer Marxismus“
(Geschichte und Klassenbewusstsein: ; S.12-17; 35-53)

2) Hauptteil: Verdinglichung: Lukács‘ wirkmächtige Entfremdungskritik
„Die Verdinglichung und das Bewußtsein des Proletariats: I. Das Phänomen der Verdinglichung“ (Geschichte und Klassenbewusstsein: S.97-117)
Ergänzend: Fabian Kettner: „Georg Lukács‘ Theorie der Verdinglichung und die Verdinglichung der Theorie“ (http://www.rote-ruhr-uni.com/texte/kettner_verdinglichung.shtml)

3) Die Ontologie: Lukács‘ späte Selbstkritik:
„Die ontologischen Grundlagen“

Die Texte können als Reader bereit gestellt werden. Bei Bedarf schickt einfach eine Mail und wir senden euch die Auszüge zu: ifg_dortmund@protonmail.com

13.10.2018 | 11.00 – 19.00 Uhr | FH Dortmund, Emil-Figge-Str. 44 (!) | Raum 043

Das Seminar wird organisiert von der Initiative für Gesellschaftskritik und findet mit freundlicher Unterstützung des AStA FH Dortmund statt.

Vortrag: Konkurrenten. Über das Islambild der Neuen Rechten

Konkurrenten. Über das Islambild der Neuen Rechten

Vortrag und Diskussion mit Matheus Hagedorny (Leipzig)

Dass die Neue Rechte islamfeindlich sei, gilt als feststehende Tatsache. Dabei spricht vieles für das Gegenteil. Die „Identitäre Bewegung“ formuliert eine ausführliche „Kritik der Islamkritik“, während der neurechte Vordenker Karlheinz Weißmann den Islam in der Jungen Freiheit als „Hochreligion“ vor „Religionshaß“ in Schutz nimmt und vor einem verhängnisvollen Bündnis mit liberalen Religionskritikern warnt. Das Urgestein der französischen Nouvelle Droite, Alain de Benoist, plädiert gar für einen „gemäßigten Multikulturalismus“ und hält fest: „Die Eröffnung einer Fast-Food-Filiale oder eines Supermarktes stellt für unsere Identität sicher eine größere Bedrohung dar als der Bau einer Moschee.“

Diese Beschwichtigungen sind angesichts der wachsenden Bedeutung des Islams in Europa nur auf den ersten Blick überraschend. Denn sie sind eine logische Folge der radikal antiliberalen Weltanschauung unter Neuen Rechten. In der strikten Lebensweise vieler Muslime sehen sie das erfüllt, was dem „liberalisierten“ Europäer zu ihrem Bedauern zusehends abgehe: Unbeugsamkeit, Härte und Gehorsam.

Mit Blick auf die neurechte Vorstellung von „Politischer Theologie“ will der Vortrag die neurechte Sicht auf den Islam nachzeichnen. In welchem Verhältnis steht die Nachsicht gegenüber dem Islam zu der Propaganda gegen die Einwanderung von zumeist muslimischen Menschen? Welche Rolle spielt dabei die Ideologie von Großräumen und Kulturalismus? Und wer bildet für „rechtsintellektuelle“ Ideologen den wahren Feind, wenn der Islam es offenbar nicht ist?

Matheus Hagedorny studierte Philosophie, Neuere Geschichte sowie Verfassungs-, Sozial- und Wirtschaftsgeschichte an der Universität Bonn, war Dozent am Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft (Freie Universität Berlin), Scholar-in-Residence des Institute for the Study of Global Antisemitism and Policy (ISGAP) an der Universität Oxford und arbeitet in der politischen Jugend- und Erwachsenenbildung.

28. September | 19 Uhr | Fachhochschule Dortmund, Sonnenstraße 96,  Raum F212 (F-Gebäude, 2. Etage)

Die Veranstaltung wird organisiert von der Initiative für Gesellschaftskritik und findet mit freundlicher Unterstützung des AStA FH Dortmund statt.

Vortrag: Der Meister der Rackets. Die Russische Föderation unter der Herrschaft von Wladimir Putin

Der Meister der Rackets. Die Russische Föderation unter der Herrschaft von Wladimir Putin

Vortrag und Diskussion mit Thorsten Fuchshuber

„Wenn Demokratie Staatszerfall bedeutet“, so Wladimir Putin im Jahr 2003 im Gespräch mit Journalisten, „dann brauchen wir keine solche Demokratie“. Dieser Satz ist paradigmatisch für eine Politik, die als „System Putin“ bekannt geworden ist. Doch was ist das für ein Staatswesen, als dessen Garant der russische Präsident gelten möchte? Kann Putin tatsächlich für sich beanspruchen, dass er es vor dem Zerfall bewahrt und mit welchen Mitteln geht er dabei vor?

Bei näherer Betrachtung erweist sich die Einheit der Russischen Föderation als prekär. Aufgrund der Rivalität der verschiedenen Machtgruppen lässt sie sich auch als Racket-Staat begreifen. Die fragile Souveränität soll durch eine Politik gestärkt werden, die durch ein zunehmend rigides Freund-Feind-Schema gekennzeichnet ist. Mit der Feindbestimmung nach innen und nach außen möchte Putin eine „in sich befriedete … organisierte politische Einheit“ (Carl Schmitt) erzwingen. In Russland selbst resultiert dies nicht zuletzt in einem immer zügelloseren Hass auf Homosexuelle als halluzinierter Feinde und Repräsentanten „westlicher Dekadenz“. Zugleich liefert die Vorstellung von einer ‚Eurasischen Bewegung‘ eine Gemeinschaftsideologie, in die zumindest teilweise auch die aggressive Außenpolitik und der Expansionismus der russischen Regierung eingebettet sind.

Thorsten Fuchshuber ist Journalist und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Centre interdisciplinaire d’Etude des Religions et de la Laïcité (CIERL) der Université libre de Bruxelles. Veröffentlichungen u. a. in sans phrase und Jungle World. Im Herbst erscheint von ihm das Buch „Rackets – Kritische Theorie der Bandenherrschaft“ (ça ira).

21. September | 19 Uhr | Fachhochschule Dortmund, Sonnenstraße 96, Raum F212 (F-Gebäude, 2. Etage)

Die Veranstaltung wird organisiert von der Initiative für Gesellschaftskritik und findet mit freundlicher Unterstützung des AStA FH Dortmund statt.

Vortrag: Syrien und der Nahe Osten

Syrien und der Nahe Osten

Vortrag und Diskussion mit Thomas von der Osten Sacken

Seit mittlerweile sieben Jahren herrscht Krieg in Syrien. Die Baathisten des Assad – Regimes, die während dieses Krieges als die mit Abstand größten Massenmörder aufgetreten sind, werden diesen anscheinend gewinnen. Möglich wurde dies durch die massive Hilfe durch das Putin-Regime, die Hisbollah und die Islamische Republik Iran. Letztere hadert zwar mit massiven Aufständen im Inneren, verfolgt aber weiter eine expansionistische Strategie, um ihre Rolle als Regionalmacht auszubauen. Dabei macht sie keinen Hehl aus ihrem Ziel, der Vernichtung Israels. Gleichzeitig liefert sich der Iran im Jemen einen Stellvertreterkrieg mit der anderen Regionalmacht Saudi-Arabien. Erdogans Türkei, die im Inneren praktisch nichts mehr mit einer Demokratie zu tun hat, hat unterdessen mit russischem Segen die kurdische Selbstverwaltung in Syrien angegriffen. Und auch für die Unabhängigkeitsbestrebungen in Irakisch-Kurdistan sieht es schlecht aus. Völlig unklar ist indes, welche Rolle die Vereinigten Staaten in Zukunft im Nahen Osten gedenken zu nehmen. Da die relevanten Akteure in der Region also alle auf die eine oder andere Weise in Syrien aktiv sind, bietet sich eine von da aus gehende Analyse an.

Thomas von der Osten-Sacken ist Geschäftsführer bei WADI e.V., einer NGO, die seit 1992 Krisenhilfe und solidarische Entwicklungszusammenarbeit in Irakisch-Kurdistan leistet. Dazu zählen unter anderem die Unterstützung unabhängiger Radiosender, die Kampagne „Stop – FGM“ gegen die Genitalverstümmelung von Frauen, sowie diverse Kampagnen gegen Gewalt in der Familie und Erziehung. Thomas von der Osten-Sacken ist außerdem seit vielen Jahren als Publizist zum Thema Nahost tätig und schreibt unter anderem für die Jungle World, Die Welt und taz. Thomas von der Osten-Sacken lebt in Frankfurt und Sulaimaniyya.

23. August | 19 Uhr | Fachhochschule Dortmund, Sonnenstraße 96, Raum F212 (F-Gebäude, 2. Etage)

Die Veranstaltung wird organisiert von der Initiative für Gesellschaftskritik und findet mit freundlicher Unterstützung des AStA FH Dortmund statt.